Erben ist nicht leicht

Karrierefrau wird zur Schlossherrin

Bühnenmäuse Wissen feierten gelungene Premiere mit ihrem neuen Stück
Kann ein Geburtstag schöner gefeiert werden? Rauschenden Beifall erhielten die Wissener Bühnenmäuse am Wochenende bei der Premiere ihres neuen Stücks „Ehrensache“.


WISSEN. Für die Bühnenmäuse aus Wissen stand nach 20 Jahren Bestehen glasklar fest: Ein Geburtstagsstück muss her. Zuschauer und Darsteller freute das gleichermaßen – sie alle genossen auf Einladung der VHS einen strahlenden Premierenabend.
Wie wird aus einer exaltierten Karrierefrau eine patente Schlossorganisatorin? Mit einem flotten Bühnenstück überzeugten die Wissener Bühnenmäuse im komplett besetzten Pfarrheim. „Ehrensache“, eine Komödie von Tina Segler, war angekündigt – und erntete rauschende Begeisterung.
Baron von Hoheneck, vermögender Schlossbesitzer und Schauspiel-Mäzen, ist verstorben. Das Erbe des Verblichenen so umfangreich wie anspruchsvoll. Barbara, Baronin von Hoheneck und Enkelin des Erblassers, muss es ein Jahr lang auf Schloss Hoheneck aushalten und dabei alle Aufgaben übernehmen, die ehedem der Großvater erledigt hatte. Erst dann darf sie das Anwesen verkaufen. Darüber hinaus muss sie dem munteren Ensemble der Hohenecker Bühne zu Erfolg verhelfen – ein in der Tat schwieriges Unterfangen.
Joachim, der Butler, und Louise, die Köchin, entpuppen sich angesichts dieser Herausforderung als unentbehrliche Helfer. „Begeistert“ steckt schließlich auch Großmutter Magdalena („Ein Bild von einer Großmutter“) ihre Nase aus dem Goldrahmen heraus mitten in die Geschichte. Wie dumm, dass nur Barbara die Omi verstehen kann…

Die Wissener Bühnenmäuse machen seit rund 20 Jahren jede Menge Theater. Angefangen hatte es in den 80er- Jahren des vorigen Jahrhunderts, als sich eine Elterngruppe des katholischen Kindergartens Wissen zusammentat, um lustige Stücke für die Kinder einzustudieren, so etwa als erstes Stück 1987 „Brüllermännchen“.
Im Laufe der Jahre entwuchsen die Kinder dem Kindergarten und die Bühnenmäuse spielten fortan für die Pfarrei Kreuzerhöhung, die unter anderem den Saal für Proben und Aufführungen zur Verfügung stellt.
Im Laufe der Jahre hat das Ensemble überraschend professionelle Leistungen entwickelt. Das anerkannte auch das Publikum, das mit viel (Szenen-)Applaus und Be-geisterung mitging. Ob es Simone Reifenrath als Barbara war, Nico Rausch in der Doppelrolle als Notar und Regisseur der „Hohenecker Bühne“, Elfi Frömberg als Großmutter oder Hein Alf Wardenbach (Butler) bzw. Barbara Heer (Köchin): Sie überzeugten ebenso sehr wie Margot Röder-Diehl und Guido Peters als Hotelgäste oder Yossi Stinner, Ursel Bebermeier, Johannes Stinner und Elisabeth Rausch als Schauspieler. Für die Maske zeichnete Peter Tornau verantwortlich, für die Technik Christine Rausch, und die Souffleuse mimte Gabi Rente.

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Rhein-Zeitungsbericht 12.03.07
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